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Mediensucht – Präsentation und Tipps

Präsentation von Dr. Kay Uwe Petersen kann unter kreisjugendpflege@zollernalbkreis.de angefordert werden!

Mediensüchtig? Computerspiele und Smartphone, bis wohin ist es normal?

Die Geschichte des Computers und des Internets ist noch nicht sehr alt und auch das Thema Sucht ist in diesen Bereichen, geschweige denn von Smartphones, noch nicht sehr weit erforscht. Einer der sich damit beschäftigt ist Dr. Kay Uwe Petersen, welcher kürzlich zu Gast im Landratsamt war.  Er arbeitet in der Sektion Suchtmedizin und Suchtforschung  an der Uniklinik  Tübingen insbesondere mit dem Fachgebiet Computerspiel- und Internetsucht, hierfür gibt es eine spezielle Sprechstunde und Therapien.  Doch wann benötigt man überhaupt Hilfe und was ist normal und was ist gesund?

Laut einer Umfrage beträgt die durchschnittliche aktive Nutzung unter Jugendlichen ungefähr vier Stunden täglich. Mal hier auf facebook, kurz über Whats-App schreiben und dann noch zwei Stunden an der Spielkonsole sitzen, was häufig bei Jungs das größere Problem ist. Online und offline begeistern immer neue Spiele, ganz aktuell Fortnite. Unter den Jungs spielt es jeder und so manchem kann man auch ein Suchtverhalten nachsagen.
Einige Symptome dafür stellte Dr. Petersen vor. Der Verlust an Interesse an früheren Hobbys, Täuschungsversuche über die Häufigkeit und Intensität des Spielens oder der Gebrauch des Spielens um negative Stimmungen und Gefühle zu verdrängen. In diesen Beispielen ist eine besondere Ähnlichkeit zu anderen Suchtmitteln zu erkennen. Allgemein liegt eine Sucht vor, wenn man die Kontrolle über nie Nutzung verliert.

Bei Mädchen liege die Suchtgefährdung eher in sozialen Netzwerken und dies würde oft nicht so wahrgenommen wie die Jungs vor dem PC. So ist ein Großteil der Patienten männlich.
Die Therapieformen reichen von Selbsthilfegruppen bei Erwachsenen bis Einzeltherapien bei Kindern und Jugendlichen, Ziel ist es nicht, vollständig auf die Mediennutzung zu verzichten, sondern diese sinnvoll einzuschränken.
Im Laufe der Veranstaltung wurde jedoch auch die wichtige Rolle der Eltern erläutert. Diese müssen ein Vorbild sein und können nicht selber ununterbrochen auf Smartphone und Internet angewiesen sein. Sehr hilfreich ist es auch, mit den Kindern und Jugendlichen über das Thema zu sprechen und Abmachungen zu treffen und Alternativen anzubieten.

Weitere Informationen und Beratung:

https://jugend.bke-beratung.de/forum/10/medien-ecke.html

https://www.ins-netz-gehen.de

https://erstehilfe-internetsucht.de

https://www.klicksafe.de

https://www.medizin.uni-tuebingen.de/Zuweiser/Kliniken/Psychiatrie+und+Psychotherapie/Kinder_+und+Jugendpsychiatrie-p-2463/Ambulanz/Internet_+und+Computerspielsucht.html

http://www.diakonie-balingen.de/beratung-und-hilfe/suchtberatung